Evonik nimmt Biomasse-Heizkraftwerk im Saarland in Betrieb
Anfang November 2010 hat die Evonik New Energies GmbH ihr
erstes Biomasse-Heizkraftwerk im Saarland auf dem Gelände des ehemaligen
Bergwerks Warndt eingeweiht. Rund 12 Mio. Euro hat Evonik New Energies in das
Biomasse-Heizkraftwerk investiert, das mit naturbelassenem Holz betrieben wird.
Es arbeitet auf Basis der Organic Rankine Cycle (ORC)-Kraftwerkstechnik und
konnte nach nur rund einjähriger Bauzeit im April den regulären Anlagenbetrieb
aufnehmen.
Die Anlage wird CO2-neutral pro Jahr mit rund 40.000 Tonnen waldfrischem Holz betrieben. Der erzeugte Strom aus dem Biomasse-Heizkraftwerk wird nach dem EEG ins Netz eingespeist. Die Wärme dient u. a. der Fernwärmeversorgung. Die elektrische Anlagenleistung liegt bei 1,8 MW, die thermische Leistung erreicht von 8 MW.
Die ORC-Technik ist ein Verfahren des Betriebs von Dampfturbinen mit einem anderen Arbeitsmittel als Wasserdampf. Statt Wasser wird Silikonöl verwendet, das bereits bei niedrigen Temperaturen und Drücken verdampft, überhitzt und zur Stromerzeugung in der Turbine genutzt werden kann. Diese Technik eignet sich wegen ihrer ausgezeichneten Teillast- und Lastwechselfähigkeit besonders für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auf Biomassebasis im mittleren Leistungsbereich (200-2.000 kWel). Bei niedrigen Temperaturen und niedrigem Druckniveau lässt sich ein hoher Gesamtwirkungsgrad erzielen.
Für den Prozess der Energieerzeugung werden die vom SaarForst gelieferten Holzhackschnitzel mittels Schubboden und Kettenförderer vom Holzbunker in den Biomassekessel befördert. Dort verbrennt das Holz bei einer Temperatur von bis zu 1.000 Grad Celsius. Die hierbei entstehenden Rauchgase erhitzen in einem Thermoölerhitzer Thermoöl auf bis zu 315 Grad Celsius. Das heiße Thermoöl wird in einen Verdampfer geleitet, wo es das Arbeitsmittel Silikonöl zum Verdampfen bringt. Der Silikonöldampf wird nun in eine Turbine geführt. In der langsam laufenden Axialturbine wird aus thermischer Energie Bewegungsenergie, die in einem Generator Strom erzeugt. In einem Regenerator und einem Kondensator erkühlt das Silikonöl und verflüssigt sich. Dabei gibt es seine Wärme ab, die ins Fernwärmenetz eingespeist wird. Die Rauchgase, die bei der Holzverbrennung entstehen, werden in der Rauchgasreinigungsanlage behandelt. Sie besteht im Wesentlichen aus einem Vorentstauber (Zyklonabscheider) und einem Elektrofilter, der die schadstoffbelasteten Staubteile abscheidet.
Das Biomasse-Heizkraftwerk wurde nach der vierten Bundesimmissionsschutz-Verordnung genehmigt. Die Anlage unterliegt hierbei den Anforderungen der Grenzwerte der TA-Luft. Die Einhaltung der vorgegebenen Emissionsgrenzwerte wird durch regelmäßige Messungen überwacht.