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Ungeahnte Energien durch hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung mit Ersatzbrennstoffen freisetzen

Die GWE Gesellschaft für wirtschaftliche Energieversorgung und die Rasselstein GmbH, ein Tochterunternehmen des
ThyssenKrupp Konzerns, haben im März 2009 ein hochmodernes Industrieheizkraftwerk offiziell in Betrieb genommen.
Die Versorgung von Rasselstein läuft bereits seit Dezember 2008. Die Anlage mit einer Feuerungswärmeleistung von 150 MW bei einer maximalen Erzeugungsleistung von 100 MW ersetzt das in die Jahre gekommene Heizkraftwerk der Rasselstein GmbH. Eine überdurchschnittliche Energieeffizienz durch Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Potenzialen zeichnet die Anlage aus. Erzielt wird dies durch den Einsatz hocheffizienter Technologie und klugem Energiemanagement des Freiburger Projektpartners GWE.

Blick in das Kesselhaus des IHKW Andernach

Blick in das Kesselhaus des IHKW Andernach

Die Rasselstein GmbH in Andernach ist der weltgrößte Standort für die Produktion von Verpackungsstahl. Prozesswärme und Strom sind nicht unerhebliche Kosten bei der Herstellung von Weißblech. Aus diesem Grund wurde langfristig die Erneuerung der aus den 50er Jahren stammenden alten Heizzentrale geplant. Nachdem verschiedene Versorgungsoptionen geprüft wurden, entschied sich Rasselstein im Jahr 2005 zur Zusammenarbeit mit der GWE, deren Konzept günstige Kosten sowie eine hohe Anlagenflexibilität vereinte. Innerhalb von gut 3 Jahren wurde die ca. 80 Mio Euro teure Anlage konzipiert und gebaut. Zur Umsetzung des Projektes wurde die IHKW Industrieheizkraftwerk Andernach GmbH gegründet.

Das in Andernach umgesetzte Konzept beinhaltet die Deckung des Dampfbedarfs der Rasselstein GmbH aus einem Feststoffkessel, der mit Ersatzbrennstoff en sowie Produktionsrückständen des Weißblechherstellers betrieben wird, sowie gasgefeuerte Kessel, die zur Absicherung der Wärmeversorgung bzw. als Redundanzanlagen vorgehalten werden. Im Feststoffkessel, der mit einem wassergekühlten Rost ausgestattet ist, werden neben dem Ersatzbrennstoff, der aus Siedlungs- und Gewerbeabfällen aufbereitet wird, auch Produktionsrückstände sowie Klärschlämme als Fertigungsrückstände verbrannt. Insbesondere der Einsatz des Reststoff es Palmöl in einem externen Überhitzer ermöglicht Dampfparameter, wie sie bei vergleichbaren Anlagen unüblich sind. Hierdurch wird eine überdurchschnittlich hohe Energieeffizienz in der Anlage erzielt.

Strom wird in einer Entnahme-Kondensationsturbine erzeugt. Prozessdampf und Heizdampf für Rasselstein wird bei 7 bar ausgekoppelt, nur ein geringer Teil des erzeugten Dampfes wird über den Kondensationsteil der Turbine geleitet. Dieser wurde überhaupt nur notwendig, um Betriebssicherheit auch bei dem im Sommer etwas geringeren Wärmebedarf zu gewähren. Insgesamt wird im Betrieb der Anlage ein Netto-Jahresnutzungsgrad von etwa 70 Prozent erwartet. Verglichen mit ähnlichen Anlagen ist ein solcher Wert herausragend, besonders wenn man die für einen Kessel mit Rostfeuerung, in dem Ersatzbrennstoffe eingesetzt werden, hohe Stromerzeugung von nahezu 100 GWh/a bei einer Dampfauskopplung von etwa 270 GWh/a berücksichtigt.

 

Aufbau des EBS-Kessels im IHKW Andernach

Aufbau des EBS-Kessels im IHKW Andernach

 

Die ersten Betriebsmonate bestätigen, dass dieses Versorgungskonzept aufgeht. In den ersten 5 Monaten wurden über 45.000 t Ersatzbrennstoff eingesetzt. Rasselstein spart seit Stilllegung der Altanlage und vollständiger Lieferung durch das IHKW Andernach Mitte Dezember monatlich viel Geld.
Die ersten erfolgreichen Monate des Betriebs verdeutlichen aus Sicht der GWE, welche Komponenten zur erfolgreichen Realisierung eines solchen Projektes berücksichtigt werden müssen:

  • Ohne ein durchdachtes und an die Rahmenbedingungen vor Ort optimal angepasstes energiewirtschaftliches und technisches Konzept wird Energie und Geld unnötig verbrannt.
  • Ein ausgewogenes Vertragswerk, in dem die Belange von Energieabnehmer und Investor geregelt sind, ist elementar, damit über die gesamte Betriebsdauer der Anlage die Partner das gemeinschaftliche Interesse, kalkulierbare und günstige Energiekosten, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit des Betriebs im Auge behalten.
  • Effizientes Management während allen Projektphasen. Planung, Bau und Betrieb sichert Termin- und Vertragstreue. Beides ist gerade in der Startphase der auf Jahrzehnte angelegten Partnerschaft wichtig.
  • Ein verlässlicher Partner für die Lieferung von Ersatzbrennstoff , wie er in Andernach mit der SITA Deutschland von Projektbeginn an eingebunden war, ermöglicht eine deutliche Vereinfachung der Qualitätssicherung des Ersatzbrennstoff es sowie die kontinuierliche Verfügbarkeit des Brennstoff es. Dies kommt allen Partnern im Projekt zugute.

Der unabhängige Freiburger Energieversorger GWE beabsichtigt weitere vergleichbare Projekte in den kommenden Jahren umzusetzen. Die Erfahrungen der bereits betriebenen Anlagen in Heidenheim, Weißbach und Andernach werden dabei weiteren Kunden zugute kommen. Neue Ersatzbrennstoff -Anlagen sind bereits mit dem IHKW Brunsbüttel und dem IHKW Dormagen an Standorten der BAYER AG geplant. Die Rasselstein GmbH hat durch die günstigen Energiekosten ihre Marktposition gestärkt. Trotz Wirtschaftskrise laufen die Produktionsanlagen derzeit mit hoher Auslastung.

www.gweenergie.de

www.rasselstein.com