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Klingele Papierwerke: Energiekonzepte für die Zukunft sparen 55.000 t CO2 pro Jahr

files/images/Klingele/Klingele Bild 400 385.jpgDie Remshaldener Klingele Gruppe, einer der führenden europäischen Hersteller von Verpackungen aus Wellpappe, begegnet den sich verändernden Ansprüchen des Energiemarktes mit einem zukunftsfähigen Energiekonzept: Die zur Klingele Gruppe gehörende Papierfabrik in Weener hat eine eigenes Kraft-Wärme-Kopplungskraftwerk auf Basis von Ersatzbrennstoffen erhalten. Das Kraftwerk versorgt die Fabrik mit Wärme und Strom.

Die Errichtung der KWK-Anlage entspricht den Zielen der Bundesregierung, die umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung bis 2020 auf 25 Prozent an der Stromerzeugung auszubauen. Sie macht das Werk zudem unabhängiger von den schwankenden Energiepreisen am Weltmarkt. Das dafür notwendige Investitionsvolumen liegt bei rund 60 Millionen Euro.

Was in der Vergangenheit auf Mülldeponien abgelagert wurde, wird nun im neuen Kraftwerk als Brennstoff eingesetzt. Die entstehende Wärme gelangt vom Kraftwerk über eine 1,8 Kilometer lange, unterirdisch verlegte Dampfleitung ins Werk. Dabei ist die Belieferung mit den Brennstoffen über langfristige Verträge zwischen Klingele und der Entsorgungswirtschaft vor Ort gesichert. Der Transportaufwand für den neuen Brennstoff bleibt durch den regionalen Ansatz minimal.

Die in der Region anfallenden Gewerbeabfälle werden in biologisch-mechanischen Aufbereitungsanlagen vorsortiert und können vor Ort im Kraftwerk Weener Energie gleich verwertet werden. Zusätzlich wird das Kraftwerk mit Reststoffen aus der Papierherstellung der eigenen Papierfabrik beliefert, womit sich der Kreislauf schließt. Der Gesamtbedarf an Sekundärbrennstoffen liegt bei etwa 140.000 Tonnen jährlich.

 

Einsparung von 55.000 Tonnen fossilem CO2 pro Jahr

Die Produktion von Papier ist außerordentlich energieintensiv: Das liegt vor allem am Wärmebedarf für die Trocknung des Papiers. Er beläuft sich am Standort auf rund 50 Tonnen Dampf pro Stunde. Dieser Bedarf wird jetzt komplett durch die neue KWK-Anlage gedeckt, die gemeinsam mit der Prokon Nord Energiesysteme aus Leer errichtet und betrieben wird. Durch den Einsatz von Ersatzbrennstoffen kommt es etwa im Vergleichzum Einsatz von Erdgas zu deutlichen Umweltentlastungen. Der gleichzeitige Ausbau der Strom- und Wärmeerzeugungskapazität vermindert zudem den Erdgasbedarf der Anlage um 30 Millionen Kubikmeter pro Jahr und der Strombedarf von externen Anbietern geht ebenfalls zurück.

So werden die anrechenbaren jährlichen CO2-Emissionen am Standort Weener um geschätzte 55.000 Tonnen reduziert.

Die Klingele Gruppe prüft weitere Möglichkeiten zur Energieeffizienzsteigerung. In einigen Werken wird inzwischen mit Unterstützung aus Wissenschaft und Forschung daran gearbeitet, den internen Energieverbrauch genau zu analysieren, um Verbrauchsspitzen zu erkennen und entsprechende Lösungsmodelle zur Bedarfsminderung entwickeln zu können.

 

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