MgF Magnesium Flachprodukte: Neuartiges Warmwalzwerk für Magnesium in Betrieb
Die Technische Universität Bergakademie Freiberg und die MgF
Magnesium Flachprodukte GmbH, ein Tochterunternehmen der ThyssenKrupp Steel
Europe AG, haben ein Warmwalzwerk für Magnesium eingeweiht. Die vom Freistaat
Sachsen geförderte Anlage wird durch das Institut für Metallformung der TU
Bergakademie Freiberg betrieben. Sie erweitert eine innovative Produktionslinie
für Magnesium-Flachprodukte, die die Universität gemeinsam mit MgF entwickelt
hat.
Magnesium spielt im Leichtbau eine große Rolle. Es ist der leichteste metallische Konstruktionswerkstoff. Das Material hat nur etwa ein Viertel des Gewichts von Stahl und ist 35 Prozent leichter als Aluminium. Bauteile aus Magnesium sind vor allem für Automobilhersteller interessant, weil sie damit Gewicht sparen und CO2-Emissionen im Fahrbetrieb verringern können. Bislang wird der Werkstoff dort allerdings nur in Gestalt von Gussteilen, etwa im Fahrwerk oder in Getriebegehäusen und Motorblöcken, eingesetzt. Für groß flächige Karosserieteile, bei denen das Leichtbau-Material viel mehr Gewicht sparen könnte, braucht man bezahlbare Magnesiumbleche. Die Anlage bildet einen technologischen Grundstein für die Entwicklung dieses Zukunftsmarktes.
Neben dem Fahrzeugbau können Magnesiumbleche auch im Maschinen- und Anlagenbau und in weiteren Industriebereichen, in denen es auf Leichtbau ankommt, eingesetzt werden. Das neu errichtete Walzgerüst verwandelt die vier bis sieben Millimeter dicken Magnesiumbänder aus der Gießwalzanlage in wenig mehr als einen Millimeter dünnes Magnesiumblech. Damit schafft es die Voraussetzungen dafür, dass das Magnesiumband zum Beispiel für Automobil-Karosserieteile eingesetzt werden kann. Die Anlage verarbeitet bis zu zwei Tonnen Magnesiumvorband pro Stunde bei einer Walzgeschwindigkeit von mehr als 80 Meter pro Minute.