Kröner-Stärke setzt auf energieeffiziente Kraft-Wärme-Kopplung
Der Neubau der effizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlage zur Strom- und Wärmeversorgung von Kröner Stärke nutzt den Brennstoff optimal und entlastet die Energierechnung des Unternehmens. Errichtet wurde das Kraftwerk durch den Contracting-Partner Urbana, der 10 Mio. Euro in die Anlage investiert hat. Ziel des Projekts ist es das Wachstum des Unternehmens zu sichern, die Energiekosten senken die Energieversorgung auf effizienteste Beine zu stellen und nachhaltig Abwasser zu reinigen. Von der Idee zu einem neuen Energiekonzept bis zur Umsetzung vergingen nur 2 Jahre.
Die Stärkeproduktion gehört zu den energieintensiven Verfahren. 50 Prozent der Produktionskosten sind bei Kröner Energiekosten – um ein Kilo Stärke herzustellen, werden rund 0,8 Kilowattstunden Wärme und 0,3 Kilowattstunden Strom benötigt. Der Energiebedarf des Unternehmens steigt produktionsbedingt auf ca. 100 000 Megawattstunden Wärme jährlich an – dies entspricht dem Wärmebedarf von ungefähr 10 000 Einfamilienhäusern (10 MWh/a).
Das moderne neue Braunkohlestaubkraftwerk erziele einen Nutzungsgrad von 90 Prozent und kann mit einem langjährig fixierten Energiepreisen rechnen. Komplettiert wird das Energiekonzept von einer neuen Biogasanlage, die ebenfalls von Urbana betrieben wird. Die alte Abwasseraufbereitungsanlage wurde deutlich vergrößert und zu einer modernen Biogasanlage erweitert. In der Anlage wird Biogas für das ebenfalls neue Blockheizkraft erzeugt. Mit zunächst zwei, später drei Motoren wir in dieser Anlage Strom und Wärme, CO2-neutral erzeugt.
Die Anlage läuft ganzjährig mit bis zu 8.300 Vollbenutzungsstunden. Dabei standen nur rund 1.000 Quadratmeter Fläche für die Energieanlage zur Verfügung. Die Anlage wurde daher sehr kompakt ausgeführt und vollständig in die Infrastruktur des Werkes Kröner integriert.
Bei den Überlegungen zum Brennstoff wurde im Planungsverlauf deutlich, dass Holz als Energieträger für die Stärkeproduktion ausscheidet. Um den Energiebedarf der Stärkefabrik mit Holz zu decken, müsste das Unternehmen jährlich ca. 47.000 t Holz verfeuern. Diese Mengen standen regional nicht zur Verfügung, und darüber hinaus würde für die Lagerung und Trocknung allein eine Fläche von über 3.000 Quadratmetern benötigt. Holz hat leider eine geringe Energiedichte, sein Transport und Platzbedarf ist entsprechend hoch. 47.000 t jährlich entsprechen ca. 4 LKW-Ladungen pro Tag. Zudem konnte keine Holzlieferanten gefunden werden, der langfristige Verträge mit stabilen Preisen angeboten hätte.

